Manche Orte erzählen ihre Geschichten nicht von selbst. Man muss sich Zeit nehmen, hinschauen, vielleicht sogar zweimal. Der Traunsee ist so ein Ort. Auf den ersten Blick ruhig, klar, fast minimalistisch. Und dann – plötzlich – ist da mehr.
Vielleicht hast du es auch schon erlebt: Du blickst über den See, irgendwo gegenüber von Traunkirchen, und hast das Gefühl, etwas Vertrautes zu erkennen. Eine Form. Eine Linie. Ein Gesicht. Genau hier beginnt die Legende der Schlafenden Griechin.
Am Südufer des Traunsee, eingerahmt von den Gasselkögeln und dem Spitzelstein, liegt sie in der Landschaft – Not obvious. Not staged. Mehr ein stiller Moment als ein Motiv. Wer zu schnell schaut, sieht nur Berge. Wer innehält, entdeckt die Silhouette einer Lady. Stirn, Nase, Brust. Aus Stein geformt, vom Blick der Betrachtenden vollendet.
Die Schlafende Griechin ist keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn. Sie ist eine Einladung, genauer hinzusehen. A quiet detail in a big landscape.
Die Sage erzählt von einer Zeit, in der Berge Charakter hatten. Damals rief der König Dachstein alle Berge seines Reiches zu sich. Einer blieb fern: der Traunstein. Nicht aus Versehen, sondern aus Haltung.
Sein Ungehorsam hatte Konsequenzen. Der Bergkönig stellte ihn an den Rand seines Reiches – dorthin, wo er bis heute über dem See steht. Allein, präsent, ein wenig trotzig. Standing alone, with a view.
In einer klaren Nacht näherte sich ihm eine Frau aus der Felsenregion. Vielleicht aus Neugier. Vielleicht, weil sie sich angezogen fühlte von seiner Ruhe, seiner Stärke, seinem Anderssein. Die Sage bleibt vage – und genau das macht sie spannend.
Was folgt, ist weniger romantisch, dafür endgültig: Auch sie zog den Zorn des Bergkönigs auf sich. Als Strafe wurde sie zu Stein und für immer an die Seite des Traunsteins verbannt. Keine Bewegung mehr, keine Flucht. Nur Nähe. Forever bound.
Seitdem liegt sie dort, still und schlafend am Südufer des Sees. Ihren Namen trägt sie, weil man sie erkennen kann – von einem ganz bestimmten Blickwinkel aus, auf der Fahrt von Traunkirchen nach Karbach, wenn das Licht passt und man bereit ist, genauer hinzusehen.
Es ist kein Bild, das sich aufdrängt. Es zeigt sich nur jenen, die offen sind für leise Geschichten.
In der Post am See bist du genau an diesem Punkt. Du sitzt beim Frühstück in der Belétage, gehst später in den BergSPA oder bleibst einfach einen Moment am Fenster stehen. Der Blick wandert über den See – und plötzlich ist sie da.
Die Schlafende Griechin. Zeitlos. Unaufgeregt. A presence you feel, not hear. Eine Legende, die nicht erzählt werden will, sondern entdeckt.
Patiently waiting by the lake.
Discover the greek lady from a room with a lake-view.
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